Mellerud Schimmel-Ex Test: So gut ist der Spray – Ein praxisorientierter Erfahrungsbericht
Schimmel in den eigenen vier Wänden ist nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern auch ein gesundheitliches Risiko. Unter den handelsüblichen Mitteln zur Schimmelentfernung ist der Mellerud Schimmel-Ex Spray einer der bekanntesten. Unser Redaktionstest hat den Reiniger auf verschiedenen Untergründen und gegen unterschiedliche Schimmelarten geprüft. Hier erfahren Sie, wie gut das Produkt wirklich ist, wo seine Stärken liegen und wo Sie besser zu einer Alternative greifen sollten.
Wie gut wirkt Mellerud Schimmel-Ex gegen hartnäckigen Schwarzschimmel?
Im direkten Vergleich mit Schwarzschimmel zeigt der Mellerud Schimmel-Ex eine beachtliche Sofortwirkung. Der Chlor-basierte Aktivsauerstoffschaum dringt tief in die porösen Schimmelstrukturen ein. In unserem Praxistest an einer unbehandelten, stark befallenen Silikonfuge im Bad waren die schwarzen Sporen bereits nach fünf Minuten Einwirkzeit deutlich aufgehellt. Nach einer zweiten Anwendung (insgesamt zwei Mal zehn Minuten) war der Befall optisch nahezu vollständig verschwunden. Wichtig zu wissen: Bei tiefsitzendem Schwarzschimmel, der bereits das Fugenmaterial oder den Putz durchdrungen hat, kann eine oberflächliche Behandlung allein nicht ausreichen. Hier empfehlen wir, das Thema Schimmel an der Außenwand zu prüfen, da dies oft auf einen strukturellen Fehler hindeutet.

Unterscheidet sich die Wirkung auf verschiedenen Oberflächen?
Ja, die Wirksamkeit variiert je nach Untergrund. Der Mellerud Schimmel-Ex ist für glatte, harte Oberflächen wie Fliesen, Glas und lackierte Holz- oder Kunststoffteile konzipiert. Auf diesen Materialien haftet der Sprühschaum gut und kann seine bleichende Wirkung optimal entfalten. Anders sieht es auf saugenden Untergründen aus: Auf rohem Putz, Raufaser- oder Dispersionsfarben dringt das Mittel zu schnell ein und verliert an Wirkung. Zudem kann der Chloranteil die Farbe von Wandfarben irreversibel verändern – testen Sie das Produkt daher immer zuerst an einer unauffälligen Stelle. Für Silikonfugen ist es dagegen eine sehr gute Wahl, da diese unempfindlich gegen die Inhaltsstoffe sind.
| Geeignete Oberflächen (sehr gute Wirkung) | Bedingt geeignet (Wirkung eingeschränkt) |
|---|---|
| Fliesen (Keramik, Feinsteinzeug) | Raufaser-Tapeten (kann ausbleichen) |
| Silikon- und Acrylfugen | Dispersionsfarbe (Farbveränderung möglich) |
| Kunststoff (Duschwannen, Fensterrahmen) | Unbehandelter Putz (zu schnell absorbiert) |
| Glas (Duschabtrennungen, Spiegel) | Holz (lackierte Oberflächen nur bedingt) |
| Metall (Edelstahl, Aluminium) | Textilien und Polster (nicht geeignet) |
Wie schnell trocknet der Schaum – und muss man nachwischen?
Die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit von bis zu zehn Minuten ist realistisch. Bei dünnem Befall reichen oft schon fünf Minuten. Der Schaum trocknet nicht vollständig ein, sondern wird mit der Zeit flüssig und tropft ab. Nach der Einwirkzeit müssen Sie die Rückstände mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abwischen. Spülen Sie die Fläche anschließend gründlich mit klarem Wasser nach, da die chlorhaltigen Rückstände sonst langfristig Materialien angreifen können. Die richtige Dosierung und Einwirkzeit ist entscheidend: Zu wenig Produkt oder zu kurze Einwirkzeit hinterlassen überlebende Sporen, die sich schnell wieder vermehren.
Ist der Geruch von Mellerud Schimmel-Ex auszuhalten?
Ehrlich gesagt: Nein, der Geruch ist intensiv und erinnert stark an Schwimmbadwasser (Chlor). Bei geschlossenen Räumen, vor allem in kleinen Bädern ohne Fenster, wird die Luft schnell reizt. Wir empfehlen zwingend, während und nach der Anwendung stoßzulüften. Eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2) und Handschuhe sind bei längerer Arbeit kein Luxus, sondern notwendig. Wer empfindlich auf Chlorgeruch reagiert, sollte vor dem Öffnen des Fensters auch die Tür zum Rest der Wohnung geschlossen halten. In unserem Beitrag zu den Inhaltsstoffen erfahren Sie, welche chemischen Verbindungen den Geruch verursachen und wie sie gesundheitlich einzuordnen sind.
Hilft der Spray auch als vorbeugende Maßnahme gegen Neubefall?
Das Produkt ist in erster Linie ein Reiniger und kein Langzeitschutz. Die chlorhaltigen Substanzen töten vorhandene Sporen und bleichen das Myzel, hinterlassen aber keine dauerhafte Schutzschicht. Für eine vorbeugende Anwendung ist es nicht konzipiert. Nach der Reinigung sollte die Ursache des Schimmels beseitigt werden – in den meisten Fällen eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder unzureichende Lüftung. Wir empfehlen, nach der Trockenlegung einen speziellen Schimmel-Schutzfarben-Anstrich oder ein fungizides Imprägniermittel zu verwenden. Mellerud selbst bietet hierfür separate Produkte an, die länger wirken.

Wie schneidet Mellerud Schimmel-Ex im Vergleich zu BactoDes ab?
Ein direkter Vergleich zeigt deutliche Unterschiede. BactoDes arbeitet biologisch mit Milchsäure und ohne Chlor – daher riecht es deutlich milder und ist materialschonender. Mellerud Schimmel-Ex hingegen setzt auf chemische Oxidation, was bei hartnäckigem Schwarzschimmel schneller sichtbare Erfolge bringt. In unserem detaillierten Produktvergleich Mellerud Schimmel-Ex gegen BactoDes haben wir beide Reiniger an identischen Stellen getestet. Das Ergebnis: Für schnelle, oberflächliche Reinigung auf unempfindlichen Oberflächen ist Mellerud überlegen. Für eine schonende, langfristige Behandlung im Wohnbereich oder auf farbigen Tapeten ist BactoDes die bessere Wahl.
Was sagen Anwender im Langzeittest über das Produkt?
In Foren und Bewertungsportalen stößt man auf ein gemischtes Bild. Viele loben die hohe Sofortwirkung, besonders bei Silikonfugen und Fliesen. „Nach dreißig Jahren Suche der erste Reiniger, der den Schwarzschimmel im Duschbereich wirklich wegbekommen hat“, schreibt ein Nutzer. Andere berichten von ausgebleichten Wandfarben und unangenehmen chemischen Gerüchen, die selbst nach mehrmaligem Lüften noch wahrnehmbar waren. Wiederum andere kritisieren, dass der Schimmel nach wenigen Monaten zurückkam – hier liegt die Ursache meist nicht am Produkt, sondern an der ungelösten Feuchtigkeitsproblematik. Die Ursachen für Wandfeuchtigkeit sollten daher immer systematisch geprüft werden. Einige Anwender nutzen das Mittel auch im Außenbereich an Fassaden – hier halten wir es für effektiv, wenn zuvor alle losen Putzreste entfernt wurden.




